Keine Veranstaltung, sondern ein Brief von Frau Hannelore Sigbjoernsen an die Geschäftsführerin des Brandenburgischen Kulturbundes, Carla Villwock

Wann:
4. April 2019 um 09:50 – 22. Dezember 2019 um 10:50 Europe/Berlin Zeitzone
2019-04-04T09:50:00+02:00
2019-12-22T10:50:00+01:00

Wir kommen wieder zusammen

Endlich! Am 18.März war die Geschäftsführerin des Brandenburgischen Kulturbundes, Carla Villwock, zu Gast in der Berliner Ernststraße in Treptow. Die Länge, die Breite (so sagt man im Brandenburgischen wie in Berlin), wurden zwischen ihr, dem Kulturring-Geschäftsführer und dem Vorstand die aktuellen Sorgen, Nöte, Probleme besprochen, informierte man sich aber auch über Erfolge und Vorhaben. Und siehe – vieles ähnelt sich. Da gab es Aktivitäten, Ausstellungen, Projekte und Veranstaltungen mit höchstem inhaltlichen Anspruch; da gibt es hier wie dort Finanz-und Personalsorgen; da gibt es großartige Kultur- und Bildungsideen in Brandenburg wie in Berlin, die leider oft daran scheitern, dass sie ohne Geld kaum zu realisieren sind. Da gilt es, in Potsdam wie in Berlin mit den Geldgebern in Ämtern und Verwaltungen, Stiftungen und anderen Behörden, zäh zu verhandeln und sich nicht entmutigen zu lassen. Warum sich also künftig nicht besser als bisher miteinander abstimmen, verständigen oder Gemeinsames angehen? In den ostdeutschen Turbulenzen der Nachwendezeit waren beide Kulturbundorganisationen auseinander gediftet. Dass der Bezirk Potsdam und Berlin ebenfalls nicht zueinander fanden, hat möglicher Weise den Graben noch vertieft. Dabei haben weder der Kulturbund Brandenburg noch der Kulturring in Berlin e.V. je darauf verzichtet, an die Ziele des 1945 von Joh. R. Becher gegründeten Kulturbundes anzuknüpfen. Was damals, nach faschistischer Zeit zwingend war, das humanistische Erbe Deutschlands wieder zum allgemeinen Kulturgut zu erheben, humanistische, weltoffene Bildung und Erziehung mittels Kunst und Kultur zu errechen, ist in unseren Tagen mehr denn je notwendig. Wie aber kommtman vor allem an junge Menschen heran? Wie kann Integration ausländischer Mitbürger funktionieren, wenn bei vielen in Ost wie in West die Mauer im Kopf selbst nach dreißig Jahren Mauerfall noch nicht abgebaut ist? Wie gelingt es in Potsdam wie in Berlin, die Politik zu bewegen, Kunst- und Kulturförderung nicht wie ein notwendiges Übel zu betrachten, sondern dass darauf ein Anspruch besteht und unkompliziert wie dauerhaft zu erfolgen hat – vor allem im Interesse der Ärmsten der Armen? Diese und viele andere Fragen lagen auf dem Tisch.Dass damit noch nichts an gemeinsamen Aktionen in Bewegung gekommen ist, war bei der Verabschiedung allen Beteiligten klar. Aber ein Anfang ist getan. Man wird nachnationalen Fördertöpfen Ausschau halten, sich gegenseitig über Veranstaltungs-Höhepunkte informieren, sie auf den eigenenHomepages bewerben und über Projektideen nachdenken, die hier wie dort öffentliche Aufmerksamkeit erringen.

gez. Hannelore Sigbjoernsen

 

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